91. Internationale Freundschaftstreffen in Triest

Es war so schön in Triest! Das internationale Treffen aller Landesgruppen in Italien war von Anfang bis zu Ende durch wunderbares Wetter gekennzeichnet. Die Sonne hat die 85 Teilnehmer aus vielen Ländern ganz herzlich begrüßt; so konnte man nicht nur die atemberaubende Architektur der Stadt, sondern auf den ersten Blick auch ihre unverwechselbare Atmosphäre wahrnehmen.

 

„Auf ein Bier“ ist zu einem Ritual geworden, der – diesmal in der Lobby des Hotels Savoia Excelsior Palace – wieder die Begrüßungsumarmungen und freundliche Diskussionen unter den Notabeln beinhaltet. Und um den Tag nicht nur mit der Anreise zu verbringen, begaben sich die Teilnehmer zur Besichtigung des Schlosses Miramare etwa 10 km nördlich von Triest in das wunderschöne, am Meer gelegene Schlösschen, gebaut im 19. Jahrhundert von Maximilian, dem Bruder des österreichischen Kaisers Franz Josef. Hier hielt sich auch die Kaiserin Elisabeth („Sissi“) gerne auf. Das Schloss erbaute der Erzherzog Ferdinand Maximilian von Österreich, der Bruder von Kaiser Franz Joseph I., und ließ sich in der damals zu Österreich gehörenden Hafenstadt Triest nieder. Er wurde später zum Kaiser von Mexiko gekrönt. Zum Schloss gehört auch eine wunderschöne Parkanlage. Hier konnten die Gäste den Sonnenuntergang genießen und langsam Richtung Bucht von Grignano zum Aperitif auf der Terrasse und anschließend zum Abendessen im Restaurant „Principe di Metternich“ spazieren.

Der Freitag war der Besichtigung der Stadt Triest gewidmet, die aufgrund ihrer Geschichte ein unerwartetes Stadtbild bietet. Triest war mit kurzen Unterbrechungen von 1382 bis 1919 unter habsburgisch-österreichischer Herrschaft und diese 500 Jahre haben natürlich ihre Spuren hinterlassen. Während eines Spaziergangs durch das Zentrum könnte man manchmal auch vergessen, dass man in Italien ist, wenn einen nicht die Menschen und ihr typisch südländisches Flair (und auch das typisch italienische Verkehrschaos...) daran erinnern würden. Die Architektur der Paläste im Zentrum ähnelt oft mehr der von Wien, Prag oder Budapest als der von Venedig, Rom oder Florenz. Die Blütezeit Triests war das 18. und 19. Jahrhundert, als die Stadt mit ihrem großen Hafen einen wichtigen Zugang Öster-reichs zum Mittelmeer darstellte; damals löste Triest Venedig in seiner führenden Rolle im Handel ab. Um 1900 galt Triest als eines der literarischen Zentren Mitteleuropas. Dies änderte sich abrupt im 20. Jahrhundert. Durch den kalten Krieg wurde
aus der Randlage dann ein toter Winkel, da Triest durch die nahe gelegene Grenze zu Jugoslawien praktisch kein wirtschaftliches Hinterland mehr besaß.

Heute beginnt sich Triest wieder zu erholen, mehr noch: Die Stadt beginnt, ihre Stellung als Vorteil zu begreifen und zu nutzen, denn sie stellt in der Tat das Tor Italiens zu Osteuropa dar. Der Reiz der Stadt für den Besucher liegt nicht nur in den Zeugnissen der habsburgischen und der multikulturellen Vergangenheit, sondern auch in der Mischung, die diese Vergangenheit mit der italienischen Gegenwart ergibt.

Kleine Gruppen haben die Sehenswürdigkeiten der Stadt Trieste bewundern können. Ob die Triester Altstadt mit Piazza dell’Unita` d’Italia oder Piazza Verdi, der Kirche San Silvestro oder dem römischen Theater, der orthodoxen Kirche und dem Hafen oder den Stadtteil „Borgo Teresiano“ mit dem Canal Grande, der Kirche „Sant‘Antonio Nuovo“ und der schönen serbisch-orthodoxen Kirche „San Spiridone“, das ist ein Teil der europäischen Geschichte. Man konnte regelrecht noch die schwingenden Röcke der Sissi spüren.

Auch kulturell konnte man viel kennenlernen; angeboten wurde eine geführte Besichtigung einer der bedeutendsten Kunstgalerien Italiens, des Museums Revoltella und des „Josephs Quarter“. Teatro Verdi und sein Festsaal Sala Ridotto wurden Zeugen der feierlichen Inthronisierung. Es war zum ersten Mal in der 42 Jahre langen Geschichte des BierConvent International e.V., dass die Inthronisierung nicht von seinem Präsidenten geleitet wurde. Wegen ernsthafter Erkrankung des Herrn Dr. Fritz Schur wurde gemäß Satzung diese Aufgabe auf den Vizepräsidenten Herrn Stanislav Prochazka übertragen. Es wurden vier neue Mitglieder aufgenommen: Frau Diana Wünschek, Hr. Prof. Dr. Eckhard Hertel, Herr Shin Iwakami und Herr Heinrich Waiblinger. Die silberne Ehrennadel für zehnjährige Mitgliedschaft wurde dem Notablen Johann Christoph Beindorf übergeben. Traditionsgemäß war der Festakt von Musik begleitet. Das Hemiolia-Quartett, bestehend aus Studenten des Triester Konservatoriums, hat den Ruf der Italiener als ausgezeichneter Musikanten wieder bestätigt. Der Ausklang des feierlichen Tages fand im berühmten Harrys Grill auf der Piazza dell’Unita` statt, der mit seiner Beleuchtung einfach unvergesslich war.

Der letzte Abend hat den Teilnehmern dieser gelungenen Reise ein besonderes Erlebnis bereitet: das Landhaus Scheriani, eine wunderschöne Location auf den Bergen über Trieste und einen Katzensprung von der Grenze zu Slowenien entfernt. Ein atemberaubender Sonnenuntergang mit panoramatischer Aussicht auf das Meer, die ausgezeichnete Küche und lokale Delikatessen und Weine in Anwesenheit des Inhabers der Biermanufaktur Campagnolo, signore Michele Campagnolo; auch die Verkostung seiner speziellen Biere gehörte zu den Programmpunkten. Nicht vorgesehen aber umso willkommener war der spontane Auftritt des Notabeln Carlos Alvarez und sein Lied Guantanamera ließ alle Anwesenden applaudierend von den Plätzen aufstehen. Die untergehende Mondsichel bot eine besonders schöne Kulisse für die Atmosphäre des Abends.

Wie gesagt: Triest war eine gelungene Mischung aus Kultur, Geschichte und Freundschaft genau im Sinne des BierConvent International e.V.



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